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Care 4 Tires: Regelmäßige Reifenmaßnahmen bei Quads und ATVs

Wartung, Pflege, Luftdruck prüfen: Wer seine Reifen im Blick hat, stärkt die Sicherheit und Performance nachhaltig

ATV mit grobstolligen Reifen im Gelände

Reifen sind generell hart im Nehmen und für starke Belastungen ausgelegt, doch ein wenig Zuwendung und Sorgfalt tut auch dem widerstandsfähigen Gummi gut. Vor allem bei Quad- und ATV-Reifen ist die regelmäßige Kontrolle, Pflege und Wartung empfehlenswert und vorteilhaft.

Ob ATV, UTV, SxS oder Quad: Die vierrädrigen Kräder werden oft deutlich weniger bewegt als Alltagsautos. Lange Standzeiten tun den Reifen aber nicht unbedingt gut. Zudem haben die Krafträder weniger Knautschzone und Insassenschutz als Autos – ein Plus an Sicherheit durch etwas Reifenzuwendung kann da also nicht schaden.

Nicht zuletzt können Offroad-Reifen im groben Einsatz schnell Schaden nehmen. Das alles sind gute Gründe, der Bereifung in regelmäßigen Abständen etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Dieser Ratgeber fasst zusammen, welche Maßnahmen in gewissen Abständen sinnvoll sind.

Optimale Reifen-Performance ist kein Selbstläufer

Selbst der beste ATV- oder Quad-Reifen kann seine Stärken nur dann ausspielen, wenn er regelmäßig kontrolliert und gepflegt wird. Gerade im Offroad-Einsatz wirken hohe Kräfte auf Reifen und Felgen. Steine, Wurzeln, scharfkantiger Untergrund oder wechselnde Temperaturen setzen dem Material zu und können langfristig zu erhöhtem Verschleiß führen.

Auch Straßenreifen im sportlichen Quad-Betrieb haben es da nicht leichter. Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Lebensdauer der Reifen jedoch deutlich verlängern.

Auf welche Aspekte es sich je nach Einsatzzweck sonst noch zu achten lohnt, haben wir hier zusammengefasst:

Alles über Quad- und ATV-Reifen im Überblick

Mehr als nur Luft: Reifendruck als entscheidende Stellschraube

Der Luftdruck zählt zu den wichtigsten Einflussgrößen für das Fahrverhalten eines Quads oder ATVs. Bereits geringe Abweichungen können sich spürbar auf Traktion, Lenkverhalten und Verschleiß auswirken.

Ein zu hoher Luftdruck verkleinert die Aufstandsfläche des Reifens. Das Fahrzeug reagiert zwar direkter auf Lenkbewegungen, verliert auf losem Untergrund oder bei Nässe jedoch schnell an Grip. Gleichzeitig steigt die Belastung einzelner Profilbereiche.

Ein zu niedriger Luftdruck vergrößert zwar die Aufstandsfläche und verbessert unter Umständen die Traktion im Gelände, erhöht jedoch auch die Walkarbeit des Reifens. Dadurch steigen Wärmeentwicklung und Verschleiß, außerdem wächst das Risiko von Felgen- und Reifenschäden. Auch ein zu geringer Reifendruck kann ungleichmäßige Profilabnutzung verursachen.

Reifendruckkontrolle an einem ATV-Reifen

Deshalb gilt: Der optimale Luftdruck richtet sich immer nach den Vorgaben des Fahrzeug- beziehungsweise Reifenherstellers sowie dem jeweiligen Einsatzbereich. Bei Quads und ATVs sowie UTVs und SxS bewegt sich der Reifendruck in einem üblichen Spektrum zwischen 0,3 und 1,4 bar. Zum Vergleich: PKW, SUV und Transporter fahren in einem Bereich von etwa 2,0 bis 2,7 bar.

Profiltiefe und Verschleiß regelmäßig kontrollieren

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe entscheidet darüber, wann ein Reifen ersetzt werden sollte. Der Mindestwert von 1,6 Millimetern gilt gleichermaßen für PKW wie auch für Quads, ATVs, UTVs und Co. Gerade im Gelände lässt die Traktion häufig bereits deutlich früher nach, wenn sich die Profilblöcke abrunden oder ihre ursprüngliche Form verlieren.

Ein regelmäßiger Blick auf die Profilfläche lohnt sich deshalb aus mehreren Gründen:

  • gleichmäßigen Verschleiß erkennen
  • Beschädigungen frühzeitig identifizieren
  • Luftdruckprobleme, ggf. Ventilschäden ausfindig machen
  • Fahrwerksfehler rechtzeitig bemerken

Ungewöhnliche Verschleißbilder wie bspw. eine einseitige Abnutzung außen/innen oder Sägezahnbildung können auf falschen Luftdruck oder Abweichungen der Fahrwerksgeometrie hinweisen.

ATV- und Quadreifen altern auch im Ruhezustand

Viele Freizeitfahrzeuge werden nur saisonal genutzt und legen vergleichsweise wenige Kilometer zurück. Man könnte davon ausgehen, die Reifen halten damit doppelt so lange wie im regelmäßigen Betrieb. Doch weit gefehlt, denn Reifen unterliegen einem natürlichen Alterungsprozess.

Poröser und rissiger ATV-Reifen mit grobem Stollenprofil vor weißem Hintergrund

UV-Strahlung, Temperaturschwankungen und Umwelteinflüsse verändern die Eigenschaften der Gummimischung über die Jahre. Das Material wird härter, porös, verliert an Elastizität oder kann Risse bilden. Selbst wenn das Profil noch ausreichend ist, stellen diese Alterungserscheinungen ernsthafte Sicherheitsrisiken dar.

Darüber hinaus kann langes Stehen zu sogenannten Standplatten führen, womit wir erneut beim Luftdruck wären. Ein angepasster Reifendruck und regelmäßiges Umpositionieren bei langen Standzeiten ist daher sehr zu empfehlen. Im Zweifel sollte das Quad oder ATV aufgebockt oder zeitweise auf alte, ausgediente Räder gestellt werden.

Dem Gummi Gutes tun: Aufmerksamkeit für Reifen zahlt sich aus

Reifenhersteller und ihre verschiedenen Reifenmodelle haben ihre eigenen Konstruktionsweisen und Materialmischungen. Doch am Ende sind sie alle ein Produkt aus verschiedenen Materialien, allen voran Gummi.

Das bedeutet für Quadreifen ebenso wie für LKW-, Motorrad- oder Autoreifen: Sie leiden langfristig unter physischer Beanspruchung, äußeren Einflüssen und der Schwerkraft. Eine aufmerksame Behandlung der Reifen zahlt sich mit nachhaltig positiven Effekten aus – auf die Leistungsfähigkeit, Resistenz, den Komfort und die Langlebigkeit.

Wenige Handgriffe in regelmäßigen Abständen reichen schon aus. Was sonst noch allgemein gut und schlecht für Reifen ist, haben wir hier zusammengetragen:

Reifen schonen statt schädigen