Gut geschmiert, besser informiert: Das große 1x1 der Motoröle
Viskosität, Spezifikationen und Intervalle: Reifen24.de fasst zusammen, warum frisches und zum Fahrzeug passendes Motoröl so wichtig ist
Fahrzeuge funktionieren mit unterschiedlichen Flüssigkeiten – von der Scheibenwaschanlage über den Kraftstoff bis zur Bremsflüssigkeit. Öle spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle für den einwandfreien Betrieb – und eines der wichtigsten Öle ist das Motoröl!
Motoröl sorgt für den reibungslosen und effizienten Motorlauf und bewahrt die Maschine vor übermäßigem Verschleiß. Darüber hinaus dient Motoröl auch als Kühlung des Motors sowie als Korrosionsschutz.
Aufgrund der vielfältigen und sehr wichtigen Funktionen von Motoröl ist es vorteilhaft, sich mit dem unverzichtbaren Schmiermittel näher zu befassen. Neben der Anschaffung des passenden Öls für Ihr Fahrzeug sollten Sie auch regelmäßig den Ölstand Ihres Motors sowie die Ölwechsel-Intervalle im Blick behalten.
Mit etwas Erfahrung ist für den Ölwechsel nicht zwingend ein Werkstattbesuch erforderlich. Aber Achtung: Nehmen Sie den Ölwechsel selbst in die Hand, sollten Sie auch den Ölfilter und die fachgerechte Altöl-Entsorgung beachten.
Reifen24.de fasst zusammen, was Sie über Motoröl wissen sollten!
Inhalt
- Gut geschmiert, besser informiert: Das große 1x1 der Motoröle
- Motoröl FAQ
- Die wichtige Rolle des Motoröls
- Qualität und Hersteller von Motorölen
- Motoröl Viskosität
- Viskositätsklassen von Motoröl
- ACEA, API und SAE: Spezifikationen, Herstellerfreigaben & Klassifikation
- Öltypen, Additive, Zusätze und Longlife Motoröl
- Motoröl für verschiedene Fahrzeugkategorien
- Ölstand kontrollieren, Nachfüllen und Ölwechsel
- Ölwechsel-Intervalle
- Durchführung des Ölwechsels
- Achtung bei der Altöl-Entsorgung
- Altöl korrekt entsorgen
- Zusammenfassung: Reibungsloser Motorlauf und effizienter Betrieb
Motoröl FAQ
Die häufigsten Fragen
Wenn Sie Motoröl für Ihr Fahrzeug benötigen, können Sie nicht einfach ein beliebiges Öl verwenden. Jeder Motor ist unterschiedlich und daher auf gewisse Ölspezifikationen, eine bestimmte Viskosität und Qualität sowie weitere Eigenschaften angewiesen. Bei der Verwendung eines nicht kompatiblen Öls kann es zu schweren Beeinträchtigungen bis hin zum Motorschaden kommen.
Als erste Referenz dient Ihr Bordbuch bzw. die Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs. Hier ist das passende Öl oder auch eine Auswahl kompatibler Motoröle angegeben, mitunter je nach Jahreszeit oder regionalen Anforderungen unterschieden. Auch das Schildchen des letzten Ölwechsels im Motorraum kann Aufschluss geben. Aber Vorsicht: Wurde beim letzten Ölwechsel ein abweichendes Motoröl verwendet, besteht die Gefahr, diesen „Fehler“ beim nächsten Ölwechsel zu wiederholen.
Ölwechsel-Intervalle sind unterschiedlich – je nach Fahrzeug, Motor und Hersteller sowie äußeren Faktoren wie Temperatur und Beanspruchung des Fahrzeugs. Viele Fahrzeughersteller setzen ihre Intervalle für den Motorölwechsel auf 10.000 bis 15.000 km oder 12 Monate. Generell gilt: Je öfter desto besser, aber einmal jährlich (bzw. je nach Laufleistung) ist in der Regel völlig ausreichend.
Ein Ölwechsel stellt für jede Werkstatt eine der häufigsten Routinearbeiten dar. Sie können den Motorölwechsel mit etwas Geschick und Erfahrung auch selbst vornehmen. Dabei sollten Sie aber auch Faktoren wie den Ölfilter und die angemessene Altölentsorgung berücksichtigen.
Fast jedes Auto verfügt über einen Ölpeilstab am Motor, der über eine Min-Max-Anzeige verfügt. Liegt der Ölstand unterhalb der Minimum-Grenze, sollten Sie passendes Motoröl nachfüllen. Ein Ölstand über Maximum kann übrigens ebenso schädlich für Ihr Fahrzeug sein. Wird also die optimale Ölmenge unter- oder überschritten, drohen hoher Verschleiß und nachhaltige Schäden am Motor bis hin zum Totalschaden.
Wie bei einer falschen Ölmenge können auch eine abweichende Viskosität oder falsche Spezifikationen den Motor nachhaltig schädigen. Inkompatibles Motoröl kann im Zweifel nicht die nötige Kühlung, Schmierung und Reinigung des Motors gewährleisten.
Vom Zusammenführen unterschiedlicher Motoröle wird tendenziell abgeraten, aber unter gewissen Bedingungen schadet es nicht. Kleine Unterschiede zwischen den Ölen machen sich kaum bemerkbar, aber bei größeren Abweichungen sind Schäden am Motor sowie schlechte Abgaswerte nicht auszuschließen. Man sollte sich also auskennen und wissen, was genau man mischt, bevor man es mischt.
Der Ölverbrauch wird häufig an 1000 gefahrenen Kilometern gemessen. Welcher Verbrauch als normal oder zu hoch angesehen wird, variiert mit unterschiedlichen Faktoren wie z. B. Fahrzeughersteller, Modell, Nutzung, Kraftstoff, Leistung oder Alter des Autos. Generell wird ein Ölverbrauch bis etwa 250 ml als normal angesehen. In Ausnahmen kann der Verbrauch auch deutlich höher oder niedriger liegen. Manche Fahrzeuge bzw. Motoren verbrauchen zwischen einem Ölwechsel-Intervall von 10.000-15.000 km nur wenige Milliliter Motoröl.
Altöl ist Sonderabfall und darf nicht auf üblichem Wege über den Müll entsorgt werden. In einem geeigneten Behältnis kann der ausgediente Schmierstoff zum kommunalen Wertstoffhof oder zu unterschiedlichen Annahmestellen wie Tankstellen oder Werkstätten gebracht werden. Wenn Sie neues Motoröl bei Reifen24.de online bestellen, können Sie Ihr Altöl in gleicher Menge an uns zurücksenden.
Die wichtige Rolle des Motoröls
Das liquide Mittel für leichten Lauf und ein langes Motorleben
Motoröl ist nur eine Flüssigkeit, aber eigentlich doch so viel mehr. Mit den richtigen Spezifikationen in der richtigen Menge gewährleistet das elementare Schmiermittel den reibungs- und verschleißarmen Motorlauf über Jahrzehnte und hunderttausende Kilometer hinweg.
Um solch ein langes Autoleben zu erreichen, bedarf es natürlich der richtigen Pflege und Wartung des Fahrzeugs – und dazu zählt als eine der tragenden Säulen die regelmäßige Kontrolle und der Wechsel des Motoröls in angemessenen Intervallen.
Neben seinem Kernnutzen, der Schmierung der Motorteile, erfüllt Motoröl weiterhin die Funktion der Motorkühlung und dient dem Schutz gegen Schmutz und Korrosion im Motorinnenraum.
- Schmierung: Motoröl reduziert die Reibung und Abnutzung der Motorteile.
- Kühlung: Durch sein Kreislaufsystem transportiert Motoröl die Betriebswärme vom Motor ab.
- Reinigung: Schmutz und Reibungspartikel werden vom Motoröl aus dem Motorraum in die Ölwanne abgeführt. Durch Zuführen von Additiven können zudem Ablagerungen gespült werden.
- Korrosionsschutz: Auch im Innern eines Motors könnte sich Rost bilden. Motoröl schützt vor Korrosion, die bspw. durch Feuchtigkeit oder Verbrennungsrückstände auftreten kann.
Qualität und Hersteller von Motorölen
Motoröl-Vielfalt für unterschiedliche Motoren und Anforderungen
Es ist wichtig, die Qualität und die grundlegenden Eigenschaften verschiedener Öle zu unterscheiden. Während Faktoren wie die Viskosität und die Spezifikationen von essenzieller Bedeutung sind, gibt es in punkto Motoröl-Qualität einen gewissen Spielraum.
Ob extrem sportlicher Fahrstil, gepflegtes Liebhaberfahrzeug, besondere Herausforderungen wie etwa Hitze oder hohe Last bei Offroad- und Nutzfahrzeugen: Unter bestimmten Bedingungen setzen Kenner gerne auf eine höhere Ölqualität als vom Fahrzeughersteller vorgegeben. Aber Vorsicht: Das Abweichen von den Motorölvorgaben nach Herstellerfreigaben kann auch Auswirkungen auf die Fahrzeug-Garantie haben.
In der Regel hat jeder Motoröl-Hersteller die gesamte Bandbreite aller gängigen Viskositäten und Spezifikationen in seinem Sortiment. Zu den weltweit bekannten und etablierten Ölmarken zählen unter anderem:
Jeder dieser Hersteller bietet unterschiedliche Produktreihen und Qualitätsklassen für verschiedene Anwendungsfälle an. Bekannte Markenprodukte bieten zuverlässige Qualität und hohe Leistung im mittleren bis gehobenen Preissegment.
Günstigere Motoröle von neueren oder weniger bekannten Marken müssen aber keineswegs gemieden werden. Auch unbekannte Marken bieten hochwertige Schmiermittel, die allen gängigen Spezifikationen und Vorgaben entsprechen. Lediglich in gewissen Eigenschaften wie Langlebigkeit oder Leistungsfähigkeit unter extremen Einflüssen können günstigere Öle eingeschränkt sein.
Ähnlich wie bei Reifenherstellern kommt es auch am Ölmarkt vor, dass große Marktführer kleinere Tochtermarken unter sich vereinen. So profitieren Kunden von hohen Qualitätsstandards zum fairen Preis.
Bei der Wahl des passenden Motoröls für Ihr Auto sollten Sie unbedingt die Herstellerempfehlungen beachten, um innerhalb der Garantiebedingungen zu bleiben. Mitunter empfehlen Fahrzeughersteller sogar bestimmte Ölmarken oder -spezifikationen. Ein davon abweichendes Öl könnte im Zweifel zum Wegfall der Garantieansprüche führen.
Motoröl Viskosität
Wie flüssig oder zäh ist ein Öl bei bestimmten Temperaturen?
Wer sich etwas mit Motoröl beschäftigt, stößt sehr schnell auf die Angabe der Viskosität als maßgebende Eigenschaft. Die Viskositätswerte beschreiben, wie dick- oder dünnflüssig ein Öl bei Hitze oder Kälte ist.
Ein dünnflüssiges Öl mit niedriger Viskosität fließt insbesondere bei kalten Wintertemperaturen leichter und verteilt sich somit schnell und gleichmäßig im gesamten Motor. Ein zu dünnes Öl kann aber bei sommerlicher Hitze nicht mehr ausreichend Schmierung bieten und somit zu Beschädigungen der Motorbauteile bis hin zum Motorschaden führen.
Ebenso kann ein sehr zähfließendes Öl mit hoher Viskosität im Winter schädlich sein. Bei niedrigen Außentemperaturen dauert es länger, bis der Motor eine angemessene Betriebstemperatur erreicht, womit dickeres Öl sich nach dem Kaltstart in der Warmlaufphase nicht schnell genug und ausreichend im gesamten Motorinnern verteilen kann.
Darum ist es wichtig, bei der Motoröl-Wahl die Vorgaben und Spezifikationen zu beachten. In der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs finden Sie die Vorgaben des Herstellers, welches Öl Sie für Ihren Motor verwenden sollten. Oft sind hier auch mehrere Alternativen aufgeführt, die sich bspw. je nach Außenbedingungen unterscheiden.
Die Wahl des richtigen Motoröls ist also nicht nur von der Motorcharakteristik, sondern auch von den äußeren Bedingungen abhängig. In Ländern mit schwankenden Temperaturen (wie in Deutschland) kann sich die Wahl des Öls auch je nach Saison unterscheiden.
Viskositätsklassen von Motoröl
Angaben zur Viskosität von Motoröl sind auf jedem Gebinde und in sämtlichen Produktbezeichnungen zu finden. Bei Reifen24.de finden Sie Ihre passende Viskosität direkt in Produktkategorien unterteilt (0W-20, 5W-20, 5W-30, 5W40 usw.) oder über die Filterfunktion der Suchergebnisse.
Sie erkennen die Viskositätsklasse in der Regel an der Kombination aus Zahlen und einem Buchstaben, hier am Beispiel zweier sehr gängiger und universeller Motoröle in den Viskositätsklassen 5W-30 und 10W-40.
Die erste Zahl, also in diesem Beispiel die 5 bzw. 10 beschreibt die Viskosität des Öls bei niedrigen Temperaturen. Der Buchstabe W steht dabei für „Winter“. Je niedriger der erste Zahlenwert, desto flüssiger verhält sich das Öl bei Kälte.
Die Zweite Zahl, in unserem Beispiel 30 bzw. 40 steht somit folglich für die Motoröl-Viskosität bei hohen Temperaturen. Damit ist aber nicht (nur) der Sommer (als Gegensatz zum Winter) gemeint, sondern insbesondere die Betriebstemperatur des Motors. Denn ein vollkommen warmgelaufener Motor kann Öltemperaturen jenseits der 100 °C erreichen, wobei die Außentemperatur im Sommer oder Winter eher zweitrangig ist.
Motoröle mit höheren Zahlenwerten an zweiter Stelle sind also dickflüssiger und behalten somit auch bei hohen Betriebstemperaturen ihre Schmiereigenschaft und Schutzfunktion gegenüber den arbeitenden Motorteilen.
Für den alltäglichen Einsatz im mitteleuropäischen Raum sind Ölviskositäten wie 5W-30 oder 10W-40 universell einsetzbar und weitverbreitet. Man nennt moderne Öle mit dieser weiten Range an Temperaturbereichen auch Mehrbereichsöle. Unter den schwankenden Temperaturen der Jahreszeiten und den typischen Anforderungen der Autofahrer haben sich diese Viskositäten als geeigneter Mittelweg bewährt.
ACEA, API und SAE: Spezifikationen, Herstellerfreigaben & Klassifikation
Die wichtigsten Motoröl-Vorgaben für Diesel- und Benzinmotoren
Moderne Motoröle richten sich nach gewissen Spezifikationen. So können Öl- und Fahrzeughersteller sowie Sie als Verbraucher sicherstellen, dass alles zusammenpasst und reibungslos läuft. Die gängigen Klassifizierungsangaben von verschiedenen Organisationen sind auf nahezu jedem zeitgemäßen Motoröl zu finden.
Zu den wichtigsten Klassifizierungssystemen zählen
ACEA (Association des Constructeurs Européens d'Automobiles)
Die ACEA spiegelt die Anforderungen europäischer Fahrzeughersteller an Motoröl wider. Das Klassifizierungssystem orientiert sich insbesondere an der Eignung für Benzin- oder Dieselmotoren bei modernen und älteren Motorenmodellen.
API (American Petroleum Institute)
API ist ein etabliertes Klassifizierungssystem mit Schwerpunkt USA. Auch die API Spezifikationen beziehen sich auf Öle für Benzin- und Dieselmotoren mit zusätzlicher Berücksichtigung der Leistungswerte.
SAE (Society of Automotive Engineers)
Die SAE-Angabe definiert die Viskositätsklassen und bezieht sich auf eine angemessene Motoröl-Leistung bei unterschiedlichen Temperaturen.
Öltypen, Additive, Zusätze und Longlife Motoröl
Was gibt es sonst noch über Motoröl zu wissen?
Grundlegend lassen sich Motoröle in zwei wesentliche Kategorien unterteilen: synthetisch und mineralisch. Zudem gibt es Additive, die dem Öl schon herstellerseitig beigemischt sind oder Zusätze, die nach eigenem Bedarf zugeführt werden können. Ebenso spielen Longlife-Motoröle unter gewissen Voraussetzungen eine wichtige Rolle.
Synthetisches oder Mineralisches Öl
Synthetisches Öl
Synthetisches Motoröl ist der zeitgemäße Standard für moderne Motoren. Synthetik-Öl wird aus chemisch verfeinerten Rohstoffen gewonnen und bietet hohe Leistung bei extremen Temperaturen und längeren Ölwechsel-Intervallen. Synthetische Motoröle sind tendenziell teurer, was sich aber unterm Strich durch bessere Schmiereigenschaften, längere Haltbarkeit und zuverlässigen Schutz des Motors vor Abnutzung ausgleicht.
Mineralisches Öl
Mineralisches Motoröl wird aus raffiniertem Erdöl hergestellt. Es ist günstiger, aber auch weniger leistungsfähig und langlebig als synthetisches Öl. Mineralisches Öl ist eher für ältere Motoren, Oldtimer und Classic-Cars relevant. Bei Verwendung von mineralischem statt synthetischem Motoröl sind kürzere Ölwechsel-Intervalle erforderlich.
Teilsynthetisches Öl
Teilsynthetische Motoröle sind Mischformen aus mineralischem und synthetischem Öl. Ihre Bedeutung am Markt nimmt eher ab. Lediglich der Kostenfaktor spielt hier eine wesentliche Rolle für Verbraucher.
Öladditive
Durch Additive können Motoröl zusätzliche Eigenschaften und Vorteile zugeführt werden. Diese können unter Anderem in der Oxidationsstabilität, der Reinigungsleistung oder im Korrosionsschutz liegen. Moderne Ölprodukte sind meist bereits mit additiven Inhaltsstoffen angereichert. Zudem können nach eigenem Bedarf auch nachträglich Additive und Zusatzstoffe hinzugeführt werden.
Zusatzöle und Ölzusätze
Zusatzöle und -flüssigkeiten können dem Motoröl nachträglich beigemischt werden und gewisse Eigenschaften optimieren – bspw. die Leistungsfähigkeit, Langlebigkeit, Reinigungswirkung oder Kurzstreckentauglichkeit.
Leichtlauf- und Long-Life Motoröl
Sowohl Leichtlauföle als auch spezielle Longlife-Produkte sind eher dünnflüssig. Beide Ölkategorien sind tendenziell etwas teurer, können sich aber durch einen effizienten Betrieb bzw. nachhaltige Schonung des Motors schnell rechnen.
Wie der Name es bereits verrät, sind Longlife oder Long-Life Öle auf besondere Langlebigkeit ausgerichtet. Durch hochwertige Herstellung und spezielle Additive können damit die Intervalle zwischen den Ölwechseln verlängert werden. Durch Leichtlauföle wird außerdem die Effizienz des Motorlaufs erhöht, was sich vor allem bei viel Kurzstreckenbetrieb positiv bemerkbar machen kann.
Motoröl für verschiedene Fahrzeugkategorien
Welche Unterschiede gibt es bei Motorrädern und anderen Fahrzeugen?
Motoren von Motorrädern arbeiten in der Regel unter ganz anderen Anforderungen und Betriebsbedingungen – und das gilt natürlich auch für Motorradöle. Auto-Motoröl schmiert und kühlt lediglich den Motor selbst, während Motorradöl ebenso Getriebe und Kupplung geschmeidig hält. Allein dadurch entstehen für Motorradöle zusätzliche Belastungen, die sich durch enorme Drehzahlbereiche und hohe Betriebstemperaturen noch steigern.
So benötigen Motorräder oft auch engere Ölwechselintervalle , oft schon unter 10.000 km. Das liegt zum einen an der höheren Belastung, andererseits werden Motorräder in der Regel aber auch weniger bewegt als Autos.
Andere Motoröl-Anforderungen gibt es bspw. auch bei Oldtimern – oder noch spezieller: bei Oldtimer-Traktoren. Alte Trecker sind echte Arbeitsmaschinen fürs Grobe – und so sind auch ihre Motoren aufgebaut. Dies ist nicht zu vergleichen mit modernen PKW-Motoren. Darum setzen Liebhaber alter Traktoren gerne auf mineralisches Öl und eine sehr hohe Viskosität. Eben so, wie es zur damaligen Zeit, als der Oldtimer-Trecker gebaut und genutzt wurde, noch üblich war.
Diese beiden Beispiele, das Motorrad und der Landmaschinen-Oldtimer, verdeutlichen, wie weit die Anforderungen an Motoröl je nach Fahrzeugkategorie auseinandergehen können. Motoröl ist also nicht gleich Motoröl!
Ölstand kontrollieren, Nachfüllen und Ölwechsel
Die richtige Routine für ein langes Motorleben
Der Ölwechsel wie auch das Auffüllen des Motorölstands werden von Laien oft vernachlässigt, machen aber im Zweifel den Unterschied zwischen einem langen Motorleben und einem kapitalen Motorschaden. In Wartungsplänen der Fahrzeughersteller sind regelmäßige Ölwechsel darum fest vorgesehen und definiert.
Bei Neuwagen hängt von den regelmäßig durchgeführten Wartungsmaßnahmen sogar die Garantie ab. Aber auch weit nach Garantieablauf, nach 100.000 oder über 200.000 km Laufleistung haben die Autohersteller noch feste Wechselintervalle vorgesehen. Zudem lässt sich ein Gebrauchtwagen sicherlich besser verkaufen, wenn regelmäßig eingehaltene Ölwechsel nachweisbar sind.
Die Bordcomputer neuerer Fahrzeuge weisen Fahrer rechtzeitig auf anstehende Wartungsarbeiten sowie auch auf Fehler rund um den Motor hin. Viele moderne Fahrzeuge verfügen bereits über eine digitale Ölstandsanzeige.
Bei älteren Fahrzeugen ohne viel Elektronik oder besondere Ausstattung sollten Autofahrer wachsam sein. Nicht erst bei Symptomen wie unüblicher Abgasentwicklung aus dem Auspuff, unrundem Motorlauf, abfallender Leistung oder seltsamen Geräuschen sollte ein prüfender Blick auf den Ölpeilstab geworfen werden.
Wer diese Wachsamkeit und Routine für sein Fahrzeug verinnerlicht, tut viel für die Lebensdauer des Motors. Lang überschrittene Wechselintervalle können hingegen ernsthafte Schäden am Motor verursachen, da die schützenden und schmierenden Eigenschaften des Öls mit der Zeit abbauen und sich immer mehr Schmutz und Ablagerungen im Öl ansammeln.
Ölwechsel-Intervalle
Übliche von Fahrzeugherstellern empfohlene Ölwechsel-Intervalle bewegen sich in der Regel zwischen 10.000 und 15.000 Kilometern. Alternativ sollte bspw. alle 12 Monate ein Ölwechsel erfolgen – je nachdem, welche Fälligkeit eher eintritt. Bei modernen Motoren und speziellen synthetischen Ölen sind auch längere Intervalle gängige Praxis.
Die vorgegebenen Intervalle sind aber nicht absolut zu sehen und können nicht jede spezifische Beanspruchung von Motoren berücksichtigen. In besonderen Fällen wie etwa häufigem Kurzstreckenbetrieb, besonders sportlicher Fahrweise oder häufig starker Beanspruchung der Motortechnik im Anhängerbetrieb empfiehlt es sich, die allgemeinen Intervalle zu verkürzen.
Durchführung des Ölwechsels
Mit etwas Erfahrung oder Recherche sowie den nötigen Mitteln ist es durchaus möglich, einen Motorölwechsel selbst durchzuführen.
Um zunächst das Altöl abzulassen, sollte der Motor zuvor etwas warmlaufen. So wird das Altöl flüssiger und entleert sich besser durch die Ölablassschraube der Ölwanne. Beim Handling und der Entsorgung des Altöls sind wichtige Regeln zu befolgen.
Ölfilter nicht vergessen: Mit jedem Ölwechsel sollte auch der Ölfilter erneuert werden. Einerseits, da die Arbeiten am Motor ohnehin gerade ausgeführt werden, viel wichtiger aber noch, weil frisches Öl durch einen alten Filter schnell wieder verunreinigt wird.
Nachdem das Altöl vollständig abgeflossen ist, kann das Zuführen des neuen Öls erfolgen. Menge, Viskosität und Spezifikationen sind im Fahrzeughandbuch vermerkt. Zur Kontrolle und Feinabstimmung der Ölmenge kommt zuletzt der Ölmessstab zum Einsatz.
Achtung bei der Altöl-Entsorgung
Altes Öl verantwortungsvoll und umweltbewusst entsorgen
Altöl ist schädlich für Umwelt und Gesundheit und wird deshalb als Sonderabfall behandelt. Es ist gesetzeswidrig, Altöl über den normalen Müll zu entsorgen oder auf dem Boden abzulassen – es darf keinesfalls in die Natur oder ins Abwasser gelangen. Bei unsachgemäßer Handhabung und Entsorgung drohen Bußgelder und Strafen.
Altöl korrekt entsorgen
Die Altöl-Entsorgung sollte stets in speziellen Behältnissen erfolgen. So können z. B. entleerte Frischöl-Gebinde hierfür genutzt werden. Sonderabfälle wie altes Öl können bei kommunalen Sammelstellen, Autohäusern, Tankstellen, Baumärkten und Werkstätten abgegeben werden – meist gegen ein geringes Entgelt.
Ihre Motoröl-Bestellung bei Reifen24.de ist stets mit der kostenlosen Entsorgung von Altöl in gleicher Menge verbunden. Das heißt, wenn Sie 1 Liter Motoröl über unseren Onlineshop bestellen, können Sie 1 Liter Altöl an uns zurücksenden. Die Rücksendekosten trägt der Käufer.
Alternativ bieten wir Ihnen unser Altöl-Set mit spezieller Verpackung und passendem Retour-Label zur sicheren und fachgerechten Annahme durch uns.
Zusammenfassung: Reibungsloser Motorlauf und effizienter Betrieb
Motoröl ist unscheinbar, aber unverzichtbar!
Als Verbraucher hat man in der Regel wenig Berührungspunkte mit Motoröl. Im Motor sieht man es nicht und wenn ein Ölwechsel fällig wird, dann erfolgt dieser meist hinter verschlossenen Werkstatttoren. Umso wichtiger ist es, die zentrale Rolle von Motoröl zu verstehen, die das Schmiermittel für die Lebensdauer des Motors und die Effizienz eines Fahrzeugs einnimmt.
Durch die Wahl des richtigen Öls, die Beachtung der Viskosität und Spezifikationen sowie regelmäßige Ölwechsel können Sie den Motor Ihres Fahrzeugs und die Umwelt effektiv schonen. Ein besonderer Aspekt des Umweltschutzes liegt in diesem Zusammenhang auch in der korrekten Altöl-Entsorgung.
So lässt sich zusammenfassen, dass die Qualität und das Alter von Motoröl vielleicht mehr bewirkt, als man ursprünglich annehmen könnte. Neben der Schmierung der Motorteile trägt das richtige Motoröl zu sparsamem Kraftstoffverbrauch und zur Motorkühlung sowie zur Langlebigkeit und zu besseren Abgaswerten bei. Ein gut gewarteter Motor macht also einen großen Unterschied in vielerlei Hinsicht!

